BEHANDLUNGSFELDER
Unsere Behandlungsfelder
Individuelle logopädische Therapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene – abgestimmt auf Ihre persönlichen Bedürfnisse.
In diesem Bereich finden Sie unsere logopädischen Behandlungsfelder für Kinder und Jugendliche. Klicken Sie auf das jeweilige Störungsbild, um weitere Informationen zu erhalten.
Verzögerungen und Störungen der Sprachentwicklung
Kinder entwickeln Sprache in ihrem eigenen Tempo. Dennoch gibt es bestimmte Entwicklungsschritte, an denen sich Eltern und Fachpersonen orientieren können. Wenn ein Kind deutlich später zu sprechen beginnt, nur wenige Wörter verwendet, Schwierigkeiten beim Satzbau zeigt oder Sprache nicht altersentsprechend versteht, kann eine verzögerte oder gestörte Sprachentwicklung vorliegen.
Auffälligkeiten können unterschiedliche Bereiche betreffen: den Wortschatz, die Grammatik, das Sprachverständnis, die Verwendung von Sprache oder mehrere Bereiche gleichzeitig.
Eine frühzeitige fachliche Einschätzung kann helfen, den Entwicklungsstand des Kindes genauer zu erfassen und zu klären, ob und welche Unterstützung sinnvoll ist. In der Therapie orientieren wir uns an den individuellen Fähigkeiten des Kindes und fördern Sprache spielerisch und alltagsnah. Die Beratung und Einbeziehung der Eltern ist dabei ein wichtiger Bestandteil.
Aussprachestörungen (Dyslalien)
Wenn Kinder bestimmte Laute nicht korrekt bilden, sie durch andere Laute ersetzen oder auslassen, spricht man von einer Dyslalie. Umgangssprachlich werden solche Auffälligkeiten häufig als Aussprachestörung bezeichnet.
Je nach Alter können bestimmte Aussprachefehler zunächst Teil der normalen Sprachentwicklung sein. Bleiben sie jedoch über den zu erwartenden Entwicklungszeitraum hinaus bestehen oder ist das Kind für andere Menschen nur schwer verständlich, sollte die Aussprache genauer betrachtet werden.
In der logopädischen Diagnostik wird unter anderem untersucht, welche Laute betroffen sind und ob Schwierigkeiten bei der Lautbildung oder bei der korrekten Verwendung und Unterscheidung von Lauten bestehen. Die Therapie wird anschließend individuell auf das Kind und sein jeweiliges Störungsbild abgestimmt.
Orofaziale Dysfunktion
Bei einer orofazialen Dysfunktion ist das Zusammenspiel der Muskulatur im Mund-, Gesichts- und Kieferbereich beeinträchtigt. Auffällig sein können beispielsweise eine häufig offene Mundhaltung, Mundatmung, eine ungünstige Zungenruhelage oder ein nach vorne gerichtetes Bewegungsmuster der Zunge beim Schlucken.
Auch Aussprache und Zahn- beziehungsweise Kieferentwicklung können mit diesen Funktionen zusammenhängen.
In der logopädischen Therapie arbeiten wir gezielt an Wahrnehmung, Bewegungskoordination und funktionellen Bewegungsabläufen von Lippen, Zunge, Kiefer und weiteren beteiligten Strukturen. Je nach Befund kann eine Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen, beispielsweise Kieferorthopädie, Zahnmedizin oder HNO-Heilkunde, sinnvoll sein.
Auditive Wahrnehmungsstörungen
Hören bedeutet mehr, als Geräusche und Sprache lediglich wahrzunehmen. Das Gehörte muss vom Gehirn verarbeitet, unterschieden, gespeichert und eingeordnet werden.
Kinder mit Auffälligkeiten in diesem Bereich können beispielsweise Schwierigkeiten haben, ähnlich klingende Laute oder Wörter voneinander zu unterscheiden, sprachliche Informationen zu behalten oder Sprache bei Hintergrundgeräuschen zuverlässig zu verstehen.
Da solche Schwierigkeiten unterschiedliche Ursachen haben können, ist eine sorgfältige diagnostische Abklärung besonders wichtig. Auf dieser Grundlage kann entschieden werden, welche therapeutische Unterstützung für das jeweilige Kind sinnvoll ist.
Schluckstörungen
Eine Schluckstörung wird fachsprachlich als Dysphagie bezeichnet. Sie kann Kinder ebenso wie Erwachsene betreffen und unterschiedliche Ursachen haben.
Mögliche Hinweise sind beispielsweise häufiges Husten oder Räuspern während oder nach dem Essen und Trinken, Schwierigkeiten bei bestimmten Konsistenzen, eine auffällig lange Dauer der Mahlzeiten oder das Gefühl, dass Nahrung nicht richtig weitertransportiert wird.
Da Schluckstörungen gesundheitliche Folgen haben können, ist eine fachgerechte Diagnostik besonders wichtig. Die logopädische Behandlung richtet sich nach Ursache, Art und Ausprägung der Schluckstörung und kann unter anderem die Verbesserung von Bewegungsabläufen, Wahrnehmung und Schluckkoordination umfassen. Bei Bedarf erfolgt die Behandlung in enger Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten sowie weiteren beteiligten Fachdisziplinen.
Fütterstörungen bei Säuglingen
Trinken und Essen sind komplexe Fähigkeiten, die sich bereits in den ersten Lebensmonaten entwickeln. Manche Säuglinge und Kleinkinder haben Schwierigkeiten beim Saugen, Trinken, Schlucken oder bei der Umstellung auf unterschiedliche Nahrungskonsistenzen.
Mögliche Anzeichen können sehr lange oder belastende Mahlzeiten, häufiges Verschlucken, Husten beim Trinken, eine geringe Trinkmenge, Schwierigkeiten beim Übergang auf feste Nahrung oder eine ausgeprägte Ablehnung bestimmter Konsistenzen sein.
Bei der Behandlung stehen sowohl die Fähigkeiten des Kindes als auch die gesamte Füttersituation im Mittelpunkt. Eltern werden eng einbezogen und erhalten individuelle Hilfestellungen für einen möglichst sicheren und entspannten Umgang mit den Mahlzeiten. Medizinisch relevante Auffälligkeiten sollten interdisziplinär abgeklärt werden.
LRS
Lesen und Schreiben bauen auf verschiedenen sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten auf. Manche Kinder haben anhaltende Schwierigkeiten, Wörter sicher zu lesen, Laute und Buchstaben miteinander zu verbinden oder Wörter orthografisch korrekt zu schreiben.
Auffälligkeiten können sich beispielsweise durch langsames oder fehlerhaftes Lesen, Schwierigkeiten beim Erfassen von Wörtern und Texten oder wiederkehrende Rechtschreibfehler zeigen.
Eine genaue Diagnostik hilft dabei, die individuellen Stärken und Schwierigkeiten des Kindes zu erkennen. Daraus können geeignete Förder- und Behandlungsansätze abgeleitet werden. Dabei ist auch die Zusammenarbeit mit Eltern, Schule und gegebenenfalls weiteren Fachstellen von Bedeutung.
Redeflussstörungen (Stottern, Poltern)
Beim Stottern wird der Redefluss beispielsweise durch Wiederholungen von Lauten, Silben oder Wörtern, durch Dehnungen oder durch Blockierungen unterbrochen. Begleitend können Anspannung, Vermeidungsverhalten oder eine zunehmende Belastung beim Sprechen auftreten.
Poltern zeigt sich dagegen häufig durch ein sehr schnelles und unregelmäßiges Sprechtempo. Silben oder Wörter können miteinander verschmelzen oder ausgelassen werden, sodass die Verständlichkeit beeinträchtigt ist. Betroffene nehmen diese Auffälligkeiten teilweise selbst nur eingeschränkt wahr.
Stottern und Poltern sind unterschiedliche Redeflussstörungen und erfordern entsprechend unterschiedliche therapeutische Vorgehensweisen. Ziel der Therapie ist ein möglichst sicherer und selbstbestimmter Umgang mit dem eigenen Sprechen und eine Verbesserung der kommunikativen Möglichkeiten.
Rhinophonie
Bei einer Rhinophonie ist der Stimm- und Sprechklang durch eine veränderte Beteiligung des Nasenraums auffällig. Sprache kann dadurch beispielsweise ungewöhnlich nasal oder umgekehrt „verschnupft“ beziehungsweise wenig nasal klingen.
Die Ursachen können funktionell oder organisch bedingt sein. Auch anatomische Besonderheiten, beispielsweise im Zusammenhang mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, können eine Rolle spielen.
Eine genaue medizinische und logopädische Diagnostik bildet die Grundlage der Behandlung. Je nach Ursache werden unter anderem Artikulation, Luftstrom, Wahrnehmung und die für das Sprechen relevanten Funktionen gezielt therapeutisch unterstützt.
Unterstützte Kommunikation
Nicht jeder Mensch kann sich ausreichend über Lautsprache verständigen. Unterstützte Kommunikation bietet Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zusätzliche oder alternative Möglichkeiten, Wünsche, Gedanken, Gefühle und Entscheidungen auszudrücken.
Zum Einsatz kommen, abhängig von den individuellen Fähigkeiten, beispielsweise Gebärden, Bilder und Symbole, Kommunikationstafeln oder elektronische Kommunikationshilfen.
Das Ziel ist nicht, Kommunikation zu ersetzen, sondern sie zu ermöglichen und zu erweitern. Dabei suchen wir gemeinsam nach einer Kommunikationsform, die zum jeweiligen Menschen, seinen motorischen und sprachlichen Möglichkeiten und seinem Alltag passt.
Sprechapraxie/VED
Die Verbale Entwicklungsdyspraxie (VED) ist eine Störung der Planung und Programmierung von Sprechbewegungen im Kindesalter. Betroffenen Kindern fällt es schwer, die für das Sprechen notwendigen Bewegungsabläufe gezielt zu planen, zeitlich zu koordinieren und zuverlässig auszuführen. Sie wissen in der Regel, was sie sagen möchten, können die benötigten Sprechbewegungen jedoch nicht immer präzise umsetzen.
Typisch können wechselnde Lautbildungsfehler, Schwierigkeiten bei Laut- und Silbenfolgen, eine auffällige Sprechmelodie und Betonung sowie ein deutlich eingeschränkter verständlicher Sprechfluss sein. Häufig sind längere oder komplexere Wörter besonders herausfordernd. Dabei können die Symptome von Kind zu Kind sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.
Eine sorgfältige sprachtherapeutische Diagnostik ist besonders wichtig, da die VED von anderen Aussprachestörungen abgegrenzt werden muss. Die Therapie wird individuell auf das Kind abgestimmt und zielt darauf ab, die Planung und Koordination von Sprechbewegungen systematisch aufzubauen und zu festigen. Durch gezielte, wiederholte Übungen werden zunehmend stabile und besser abrufbare Sprechbewegungsmuster entwickelt.
Hier finden Sie unsere logopädischen Behandlungsangebote für Erwachsene. Klicken Sie auf das jeweilige Störungsbild, um weitere Informationen zu erhalten.
Muskelfunktionsstörungen im Gesichts- und Mundbereich (orofaziale Dysfunktion)
Bei einer orofacialen Dysfunktion ist das Zusammenspiel der Muskulatur im Bereich von Gesicht, Lippen, Zunge und Kiefer beeinträchtigt. Auffälligkeiten können sich beispielsweise beim Mundschluss, bei der Zungenbewegung, beim Kauen oder Schlucken zeigen.
In der logopädischen Therapie arbeiten wir gezielt an Wahrnehmung, Beweglichkeit, Kraft und Koordination der beteiligten Muskelgruppen. Durch individuell ausgewählte Übungen unterstützen wir ein möglichst funktionelles Zusammenspiel von Lippen, Zunge, Kiefer und Gesichtsmuskulatur und übertragen die erarbeiteten Fähigkeiten in alltägliche Bewegungsabläufe.
Zentrale Sprach- und Sprechstörungen (Aphasie, Dysarthrie, Sprechapraxie)
Eine Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, die beispielsweise nach einem Schlaganfall, einer Hirnverletzung oder im Rahmen neurologischer Erkrankungen auftreten kann. Je nach Ausprägung können das Sprechen, das Sprachverständnis sowie Lesen und Schreiben unterschiedlich stark betroffen sein.
In der Therapie arbeiten wir individuell an den beeinträchtigten sprachlichen Fähigkeiten, beispielsweise an Wortfindung, Satzbildung, Sprachverständnis, Lesen oder Schreiben. Gleichzeitig entwickeln wir Strategien, die die Kommunikation im Alltag erleichtern. Unser Ziel ist es, vorhandene Fähigkeiten zu stärken und eine möglichst selbstständige und erfolgreiche Kommunikation zu ermöglichen.
Bei einer Dysarthrie sind die Bewegungsabläufe des Sprechens aufgrund einer neurologischen Erkrankung oder Schädigung beeinträchtigt. Dies kann sich durch eine undeutliche Aussprache, Veränderungen des Sprechtempos sowie eine veränderte Stimme oder Sprechatmung bemerkbar machen.
In der logopädischen Therapie arbeiten wir je nach individuellem Befund an Artikulation, Atmung, Stimme, Sprechtempo und Sprechmelodie. Ziel ist es, die Verständlichkeit zu verbessern und gemeinsam Strategien zu entwickeln, die eine möglichst sichere und selbstständige Kommunikation im Alltag unterstützen.
Bei einer Sprechapraxie ist die Planung und Programmierung der für das Sprechen notwendigen Bewegungsabläufe gestört. Betroffene wissen in der Regel, was sie sagen möchten, haben jedoch Schwierigkeiten, Laute und Wörter gezielt und in der richtigen Reihenfolge zu bilden.
In der Therapie werden Sprechbewegungen systematisch aufgebaut und intensiv geübt. Dabei arbeiten wir unter anderem an Lautbildung, Lautübergängen, Wörtern und Sätzen sowie an Sprechrhythmus und Betonung. Die Therapie wird individuell an die vorhandenen Fähigkeiten und kommunikativen Bedürfnisse angepasst.
Trachealkanülenmanagement
Eine Trachealkanüle kann nach schweren Erkrankungen, Operationen oder bei neurologisch bedingten Einschränkungen der Atmung und des Schluckens notwendig sein. Sie hat häufig Auswirkungen auf Stimme, Kommunikation und Schluckfunktion und erfordert eine fachgerechte therapeutische Begleitung.
Im Rahmen des logopädischen Trachealkanülenmanagements beurteilen und behandeln wir insbesondere Schluckfunktion, Sekretmanagement, Atmung und Möglichkeiten der Stimmgebung. Je nach medizinischen Voraussetzungen begleiten wir beispielsweise den Einsatz eines Sprechventils und unterstützen den schrittweisen Weg in Richtung Kanülenentwöhnung beziehungsweise Dekanülierung. Die Behandlung erfolgt in enger Abstimmung mit den beteiligten Ärzt, Pflegekräften und weiteren therapeutischen Fachbereichen.
Lähmung der nervalen Gesichtsversorgung (Facialisparese)
Bei einer Facialisparese ist der Gesichtsnerv beeinträchtigt, sodass die Gesichtsmuskulatur einseitig oder in seltenen Fällen beidseitig geschwächt beziehungsweise gelähmt sein kann. Dies kann unter anderem Mimik, Lippenbeweglichkeit, Mundschluss, Sprechen sowie Essen und Trinken beeinflussen.
In der Therapie fördern wir gezielt Wahrnehmung, Bewegungskoordination und funktionelle Aktivität der betroffenen Gesichtsmuskulatur. Die Übungen werden an die Ursache und Ausprägung der Parese angepasst. Dabei steht nicht ein möglichst kräftiges Training, sondern ein gezielter und kontrollierter Aufbau funktioneller Bewegungsmuster im Vordergrund.
Lähmung der Stimmlippe (Recurrensparese)
Bei einer Rekurrensparese ist die Beweglichkeit einer oder beider Stimmlippen eingeschränkt. Mögliche Folgen sind eine heisere, behauchte oder kraftlose Stimme, eine eingeschränkte Belastbarkeit und – abhängig von der Ausprägung – auch Beeinträchtigungen von Atmung oder Schlucken.
Die logopädische Stimmtherapie wird individuell auf den Befund abgestimmt. Wir arbeiten unter anderem an einer günstigen Atem-Stimm-Koordination, einer ökonomischen Stimmgebung und einer verbesserten stimmlichen Belastbarkeit. Ziel ist es, die vorhandenen stimmlichen Möglichkeiten bestmöglich zu nutzen, ohne die Stimme unnötig zu belasten.
Stimmstörungen (funktionell, organisch)
Stimmstörungen können funktionelle oder organische Ursachen haben und sich beispielsweise durch Heiserkeit, schnelle Stimmermüdung, Räusperzwang, eine eingeschränkte Lautstärke oder Veränderungen der Stimmlage bemerkbar machen. Besonders bei hoher beruflicher Stimmbelastung können diese Beschwerden den Alltag erheblich beeinträchtigen.
In der Stimmtherapie beschäftigen wir uns mit Atmung, Körperhaltung und -spannung, Stimmgebung, Resonanz und Artikulation. Gemeinsam entwickeln wir einen möglichst ökonomischen und belastbaren Stimmgebrauch und übertragen diesen gezielt in Alltag und Beruf. Die Behandlung wird individuell an die Ursache der Stimmstörung und die persönlichen Anforderungen angepasst.
Schluckstörungen (Dysphagie)
Schluckstörungen können beispielsweise infolge eines Schlaganfalls, bei neurologischen Erkrankungen, nach Operationen oder im Zusammenhang mit altersbedingten Veränderungen auftreten. Mögliche Anzeichen sind häufiges Verschlucken oder Husten beim Essen und Trinken, eine veränderte Stimme nach dem Schlucken, Probleme beim Kauen oder das Gefühl, dass Nahrung im Hals stecken bleibt.
In der logopädischen Dysphagietherapie beurteilen wir die am Schlucken beteiligten Funktionen und erarbeiten individuell geeignete Übungen und Strategien. Je nach Befund trainieren wir beispielsweise Beweglichkeit, Kraft und Koordination und vermitteln schluckerleichternde oder kompensatorische Techniken. Ziel ist eine möglichst sichere und zugleich alltagstaugliche Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Bei Bedarf beraten wir auch Angehörige und stimmen uns mit Ärzt, Pflege und weiteren beteiligten Fachbereichen ab.
Redeflussstörungen (Stottern, Poltern)
Redeflussstörungen können auch im Erwachsenenalter bestehen oder den Alltag, das Berufsleben und soziale Situationen deutlich beeinflussen. Beim Stottern treten beispielsweise Wiederholungen, Dehnungen oder Blockierungen auf. Beim Poltern kann das Sprechen unter anderem sehr schnell und unregelmäßig wirken, sodass die Verständlichkeit beeinträchtigt ist.
Die Therapie orientiert sich an der individuellen Form der Redeflussstörung und den persönlichen Zielen. Beim Stottern können wir sowohl an einem veränderten Umgang mit Stotterereignissen als auch an Techniken zur Veränderung des Sprechens arbeiten. Beim Poltern stehen häufig die bewusste Steuerung des Sprechtempos, Artikulation, Pausensetzung und Selbstwahrnehmung im Mittelpunkt. Ziel ist eine möglichst sichere, selbstbestimmte Kommunikation und ein guter Umgang mit unterschiedlichen Gesprächssituationen.
Demenz
Bei einer Demenzerkrankung können neben Gedächtnis und Orientierung auch Sprache, Kommunikation und Schlucken beeinträchtigt sein. Betroffene haben beispielsweise Schwierigkeiten, Wörter zu finden, Gesprächen zu folgen oder ihre Gedanken verständlich auszudrücken.
In der logopädischen Therapie möchten wir vorhandene sprachliche und kommunikative Fähigkeiten möglichst lange erhalten und die Teilhabe am Alltag unterstützen. Wir arbeiten unter anderem an Wortfindung, Sprachverständnis und Gesprächsführung und entwickeln gemeinsam hilfreiche Kommunikationsstrategien. Auch Angehörige können einbezogen werden. Treten zusätzlich Schluckstörungen auf, werden diese gezielt diagnostiziert und behandelt.
Parkinson
Morbus Parkinson kann sich deutlich auf das Sprechen, die Stimme und das Schlucken auswirken. Häufig wird die Stimme leiser, die Aussprache undeutlicher oder das Sprechtempo verändert sich. Auch eine eingeschränkte Mimik sowie Schwierigkeiten beim Schlucken können auftreten.
In der Therapie arbeiten wir gezielt an einer kräftigeren, tragfähigeren Stimme, einer deutlichen Artikulation und einer verbesserten Verständlichkeit. Übungen zu Atmung, Stimme, Sprechbewegungen und Körperspannung werden individuell auf die jeweiligen Beschwerden abgestimmt. Bei Schluckstörungen erarbeiten wir zusätzlich geeignete Übungen und Strategien für ein möglichst sicheres Schlucken im Alltag.
Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
Bei ALS können im Verlauf die für Sprechen, Stimme und Schlucken notwendigen Muskelfunktionen beeinträchtigt werden. Dadurch können sich Aussprache und Verständlichkeit verändern und Schwierigkeiten bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme entstehen.
Die logopädische Begleitung orientiert sich individuell am Krankheitsverlauf und an den Bedürfnissen der Betroffenen. Im Mittelpunkt stehen der möglichst lange Erhalt vorhandener Funktionen, ein sicherer Umgang mit Schluckveränderungen sowie die Sicherung der Kommunikationsfähigkeit. Bei Bedarf beraten wir frühzeitig zu unterstützenden oder alternativen Kommunikationsmöglichkeiten und beziehen Angehörige in die Therapie und Beratung ein.
Multiple Sklerose (MS)
Multiple Sklerose kann, abhängig von den betroffenen Bereichen des Nervensystems, Veränderungen des Sprechens, der Stimme und des Schluckens verursachen. Möglich sind beispielsweise eine undeutlichere Aussprache, Veränderungen von Sprechtempo und Sprechrhythmus, eine eingeschränkte stimmliche Belastbarkeit oder Schluckbeschwerden.
In der logopädischen Therapie trainieren wir gezielt die individuell betroffenen Funktionen. Dazu können Übungen für Artikulation, Atmung, Stimme und Sprechkoordination sowie die Behandlung von Schluckstörungen gehören. Ziel ist es, Kommunikation und Selbstständigkeit im Alltag bestmöglich zu erhalten und geeignete Strategien für bestehende Einschränkungen zu entwickeln.
Wir bieten Ihnen zertifizierte K-Tape® Therapeuten
Die K-Tape Methodik basiert auf dem Aufbringen elastischer Tapes auf die Haut. Diese beeinflussen über eine konsequente Reizsetzung die Hautrezeptoren, die sich auf die Muskelbewegungen auswirken und somit die Körperfunktionen positiv beeinflussen. Auch in der Logopädie hat die K-Taping Methode einen nicht mehr wegzudenkenden Platz eingenommen und wird bei verschiedenen Störungsbildern eingesetzt. Vorwiegend zeigt die Anwendung im Bereich von Gesichtslähmungen (Fazialisparesen) produktive Ergebnisse. Auch im Bereich von Stimmstörungen können sie sich positiv auf die Haltung, die Atmung sowie die Atem-Stimm Koordination und damit auf einen effizienten Einsatz der Stimmgebung auswirken. Hinzukommend werden sie In der Kindersprachtherapie bei orofazialen Störungen und Aussprachestörungen eingesetzt.
Ein großer Vorteil der K-Taping Therapie liegt darin dass der Therapeut dem Patienten mit dem K-Tape ein Stück unterstützende Therapie mit nach Hause geben kann. Viele Therapiemethoden hören mit dem Ende der Behandlungszeit auf, die K-Taping Therapie dagegen wirkt so lange, wie der Patient die Anlage trägt. Das Zusammenspiel der Therapie mit dem gezielten Einsatz der K-Taping Therapie führt zu einem schnelleren Behandlungserfolg.
Bei Fragen zu Anwendungsmöglichkeiten oder Kontraindikationen kontaktieren Sie uns gerne. Wir beraten Sie gerne.
- Der Einsatz von elastischem Tape ist eine Zusatzleistung unserer Praxis und für Sie kostenfrei
Wir bieten Ihnen zertifizierte LSVT® Therapeuten
Zunächst wurde das Lee Silverman Voice Treatment zur Behandlung der immer leiser, monotoner und heiserer werdenden Stimme bei Menschen mit Morbus Parkinson entwickelt. Der Fokus liegt bei LSVT einzig auf der Erhöhung der Sprechlautstärke, also dem lauteren Sprechen. Daher wird dieser Therapieansatz auch abgekürzt LSVT LOUD genannt. Über die Lautstärke werden alle anderen Faktoren wie Atmung, Haltung, Deutlichkeit der Artikulation getriggert. Das Hauptziel von LSVT LOUD ist dabei die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit.
LOUD bedeutet aber nicht Schreien, sondern Einsatz einer gesunden, lauten Stimme.
Auswirkung auf das Schlucken
LSVT LOUD Therapie hat auch positive Auswirkungen auf das Schlucken. In wissenschaftlichen Untersuchungen zeigten sich nach der LOUD Therapie auch beim Schlucken vergrößerte Bewegungen der Kehlkopfhebung, ein besserer Stimmlippenschluss und somit ein besserer Schutz der Atemwege. Größere Beweglichkeit der Zunge verbessert den Transport und die Kontrolle von Flüssigkeiten und Speise. Patienten mit zuvor leichteren Schluckstörungen berichten, dass diese nach der LOUD Therapie nicht mehr aufträten.
Das NOVAFON® in der Logopädie
Die NOVAFON Schallwellengeräte sind ein zertifiziertes Medizinprodukt, die seit über
30 Jahren Anwendung in der Logopädie findet. Durch die vibro-taktile Tiefenstimulation wird der Muskeltonus reguliert, werden Schmerzen reduziert sowie die Motorik und Funktion verbessert. Patienten und Therapeuten vertrauen auf die zuverlässige Wirkung und einfache Anwendbarkeit von NOVAFON.
Das NOVAFON kann bei Stimm-, Schluck- und Sprechstörungen unterstützend eingesetzt werden. Nur wenige Minuten zu Beginn einer Therapieeinheit oder in Verbindung mit einer
aktiven Übung – eine Reihe klinischer Studien belegen den Mehrwert der Lokalen
Vibrationstherapie. Darüber hinaus empfehlen eine Vielzahl von Experten und Fachtherapeuten NOVAFON ihren Patienten und Kollegen.
VocaSTIM®
vocaSTIM® ist ein Konzept zur Diagnose, Therapie und Therapieverlaufskontrolle bei Larynxparesen. Nach Anamnese, Diagnose und Einweisung durch den Arzt oder Therapeuten kann der Patient im Normalfall die Therapie oder das Stimmtraining eigenständig fortführen. Eine Verlaufskontrolle findet in regelmäßigen Abständen durch den begleitenden Therapeuten statt.
Die standardisierte Therapie der Neuromuskulären Elektro-Phonatorischen Stimmulation (NMEPS) nach Pahn basiert auf Elektrostimulation der geschädigten Muskulatur in Form von Intentionsübungen. Während der Patient eine Willkürkontraktion auszulösen versucht, wird zeitgleich mit einem Handtaster manuell ein unterstützender Stromimpuls ausgelöst. Die verwendeten Reizstromparameter werden eingangs und im Verlauf der Therapie mittels einer leicht durchzuführenden Diagnostik ermittelt und sind exakt auf die Indikation und den Schädigungsgrad abgestimmt.
Elektrodiagnostische Verfahren dienen zur initialen Ermittlung des Schädigungsgrades und zur Kontrolle des Therapieverlaufs bei peripheren Paresen. In der physikalischen Therapie hat sich dazu insbesondere die sog. I/T-Kurve etabliert, welche einerseits umfangreiche und relativ exakte Ergebnisse liefert, andererseits aber leider in der Durchführung sehr (zeit)aufwändig ist. Aufgrund seiner schnellen und einfachen Durchführbarkeit hat sich als elektrodiagnostisches Mittel im Kontext der NMEPS und NMEAS die Bestimmung des sog. Akkommodationsquotienten α (ACC) bewährt. Die Diagnose basiert auf dem physiologischen Phänomen der Akkommodationsfähigkeit, welche bei geschädigten und gesunden motorischen Nerven signifikante Unterschiede aufweist: ein geschädigtes/ denerviertes Nerv-Muskelsystem büßt an Akkommodationsfähigkeit ein oder verliert sie gar. Deshalb reagiert es bei Elektrostimulation mit adäquaten Impulsen bereits bei erheblich niedrigeren Stromstärken als ein Gesundes. Die unterschiedliche Akkommodationsfähigkeit bildet nicht nur die Grundlage für den Akkommodationsquotienten als quantitative Funktionsprüfung, sondern auch für die Auswahl der zur Therapie geeigneten Stromimpulse. Das vocaSTIM®-Master verfügt über ein Menü zur rationellen Bestimmung des Akkommodationsquotienten und bietet ferner die Möglichkeit das Gerät dabei per Fußtaster zu bedienen, um die Hände für die gleichzeitig benötigte Laryngoskopie frei zu haben.
Die elektrotherapeutischen Behandlungseinheit mit vocaSTIM® besteht in der Regel aus zwei Sequenzen:
dem sog. Vorwärmen mit geeigneten durchblutungsfördernden Stromformen
der eigentlichen neuromuskulären elektrophonatorischen/ elektroartikulatorischen Stimulation mit adäquaten Impulsen (NMEPS/ NMEAS)